Ihre Rechte beim Verkehrsunfall

Beauftragung eines Rechtsanwalts Ihres Vertrauens

Sie haben zunächst einmal das Recht, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens mit der Durchsetzung Ihrer Ansprüche zu beauftragen. Die Kosten des Anwalts zahlt – bis auf wenige Ausnahmen – die Versicherung des schuldigen Unfallgegners.

Beauftragung eines Sachverständigen

Auch die Beauftragung eines unabhängigen Sachverständigen Ihrer Wahl zur Sicherung der Beweise und der Feststellung des Schadensumfangs, der Wertminderung, des Rest- und Wiederbeschaffungswerts sowie der Reparaturkosten ist Ihr Recht. Die für den Sachverständigen anfallenden Kosten (Gutachten) muss die Versicherung des Gegners übernehmen. Nur dann, wenn erkennbar war, dass es sich allein um einen Bagatellschaden gehandelt hat, werden die Kosten des Gutachtens nicht ersetzt. In diesem Fall können Sie den Schaden mit einem Reparaturkostenvoranschlag Ihrer Fachwerkstatt abrechnen. Dies geht auch dann, wenn Sie Ihr Fahrzeug nicht reparieren lassen, sondern den Schadensersatzbetrag zum Beispiel in ein anderes Fahrzeug investieren wollen.

Wahl einer Fachwerkstatt Ihres Vertrauens

Sie dürfen ferner Ihr Fahrzeug in einer von Ihnen gewählten Fachwerkstatt Ihres Vertrauens reparieren lassen. Die Versicherung kann nicht verlangen, dass Sie in eine andere Werkstatt, insbesondere eine Partnerwerkstatt der Versicherung, gehen.

Inanspruchnahme eines Mietwagens

Während der Zeit der Reparatur können Sie grundsätzlich einen Mietwagen in Anspruch nehmen. Dazu sollten Sie ein klassenniedrigeres Fahrzeug anmieten, weil die Versicherung sonst einen Abzug wegen Eigenersparnis machen kann. Wenn Sie keinen Mietwagen brauchen, können Sie für die Dauer des unfallbedingten Ausfalls Ihres Fahrzeuges eine pauschale Nutzungsausfallentschädigung geltend machen.

Wahlrecht: Reparatur oder nicht

Sie haben ein Wahlrecht und können selbst entscheiden, ob Sie reparieren oder nicht. Den Schadensersatz können Sie auch ohne Rechnung allein auf Grundlage des Sachverständigengutachtens geltend machen (so genannte fiktive Schadensberechnung). Gründe, den Schaden fiktiv auf Gutachtenbasis abzurechnen, wären zum Beispiel Ihr Wunsch, ein neues Fahrzeug anzuschaffen, den Schaden gar nicht zu reparieren, sondern den Wagen beschädigt weiter zu benutzen oder auch das Fahrzeug selbst wiederherzustellen. Nach dem Gesetz (§ 249 Absatz 2. BGB) haben Sie Anspruch auf den zur Wiederherstellung erforderlichen Geldbetrag. Von einer Pflicht zur sachgebundenen Verwendung des Betrages ist im Gesetz keine Rede. Die Mehrwertsteuer bekommen Sie allerdings nur dann erstattet, wenn Sie eine entsprechende Reparaturrechnung vorlegen.

Ersatz des Wiederbeschaffungswertes bei Totalschaden

Im Falle des Totalschadens haben Sie Anspruch auf Ersatz des Wiederbeschaffungswertes abzüglich des Restwertes des beschädigten Fahrzeugs. Bei der Bemessung des Restwertes des Unfallfahrzeuges sind nur Angebote des allgemeinen örtlichen Kfz-Marktes zu berücksichtigen. Ein überörtlicher Sondermarkt und sogenannte Internetrestwertbörsen haben bei der Bestimmung des Restwertes nichts zu suchen. Restwertangebote der Versicherung müssen nur dann berücksichtigt werden, wenn ein konkretes Angebot vorliegt, bevor das Fahrzeug verkauft wurde und der Käufer das Fahrzeug kostenfrei am Standort abholt und bar bezahlt.

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